Ruhrtriennale folgen

Ruhrtriennale 2020 beschließt die „Zwischenzeit“ mit internationalem Programm

Pressemitteilung   •   Mär 19, 2020 11:30 CET

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Grund der aktuellen Entwicklungen um das Coronavirus präsentieren wir Ihnen das Programm der Ruhrtriennale 2020 heute leider nicht im Rahmen einer Pressekonferenz. Wir verfolgen die Lage sehr aufmerksam und stehen in Kontakt mit den zuständigen Stellen. Die Gesundheit aller steht an erster Stelle. Wir gehen auf Basis der aktuellen Risikoeinschätzung davon aus, dass die Ruhrtriennale vom 14. August bis 20. September 2020 stattfinden wird.

Im Anhang finden Sie die Pressemappe mit allen Informationen zum diesjährigen Programm. In der Pressemeldung haben wir ein paar Videos verlinkt, um Ihnen einen besseren Einblick ins Programm zu geben. Aktuelles Bildmaterial finden Sie in unserem Pressebereich auf der Website. Selbstverständlich stehen wir Ihnen für individuelle Presseanfragen und Interviewwünsche mit Intendantin Stefanie Carp und unseren Künstler*innen zur Verfügung.

Sollten Sie darüber hinaus weitere Informationen benötigen, erreichen Sie uns sowohl telefonisch als auch per E-Mail unter presse@ruhrtriennale.de.

Mit besten Grüßen & bleiben Sie gesund!

Verena Bierl & Jelena Jakobi

                                                                                                                                                 

       

Ruhrtriennale 2020 beschließt die „Zwischenzeit“ mit internationalem Programm
Dritte Saison unter der künstlerischen Leitung von Stefanie Carp

Bochum, 19. März 2020 – Die Ruhrtriennale bespielt vom 14. August bis 20. September 2020 die Industriehallen des Ruhrgebiets mit einem internationalen Programm aus Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzert und Bildender Kunst. Stefanie Carp beschließt mit dem Programm ihre Intendanz, die sie thematisch „Zwischenzeit“ genannt hat, als Chance Gesellschaft anders zu denken und neu zu gestalten.

Neben Neuentdeckungen sind einige Künstler*innen eingeladen, die bereits in den vergangenen zwei Jahren das Publikum mit ihren Werken begeistert haben: Christoph Marthaler, Artiste associé der Ruhrtriennale 2018–2020, wird eine großformatige Musiktheaterkreation „Die Verschollenen (für großes Orchester)“ in der Jahrhunderthalle zur Premiere bringen. William Kentridge zeigt mit „Waiting for the Sibyl. The Moment Has Gone“ zwei neue Werke in beeindruckender Bildsprache. Sowohl die Deutsche Erstaufführung von Kornél Mundruczós „Pieces of a Woman“ als auch die Uraufführung von Mariano Pensottis „Los Años/Die Jahre“ setzen sich mit Lebensgeschichten und sozialen Konflikten auseinander. Der Choreograf Serge Aimé Coulibaly wird die Uraufführung von „Wakatt“, eine Arbeit über Angst, präsentieren; Marlene Montero Freitas ihre neue Choreografie „Mal – Embriaguez Divina“. Ebenfalls auf dem Programm stehen die Uraufführungen von Brigitta Muntendorfs und Stephanie Thiersch’ „Archipel“ und von Meg Stuarts „Cascade“, das sie gemeinsam mit Philippe Quesne realisiert. Des Weiteren sind Produktionen von Lola Arias, Tina Satter und nora chipaumire zu sehen.

Chorwerk Ruhr zeigt anlässlich seines 20-jährigen Bestehens das Oratorium „Elias“ an fünf Orten in der Region. Weitere musikalische Programmpunkte sind Konzerte der Bochumer Symphoniker, des Malmö Operaorkester, des Helsinki Chamber Choir sowie die Reihe MaschinenHausMusik.

Zu den Angeboten Bildender Kunst gehören zwei Auftragsarbeiten der Ruhrtriennale: die Foto-Installaton „Miners“ von Olu Oguibe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und eine neue Video-Installation von Candice Breitz in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang. Außerdem wird Julius von Bismarcks performative Installation „Polizei (OMOH)“ von Urbane Künste Ruhr realisiert.

Die Festivalrede mit dem Titel „Reflections on Planetary Living“ hält in diesem Jahr der politische Philosoph und Historiker Achille Mbembe. Regisseur William Kentridge präsentiert seine Lecture-Performance „A Natural History of the Studio“. Ein Symposium setzt sich außerdem mit politischen Rahmenbedingungen der Kunstproduktion und zeitgenössischer Debattenkultur auseinander.

Für junges Publikum wird das interaktive Gesellschaftsspiel „Unterscheidet euch!“ von Turbo Pascal gezeigt. Zum Abschluss ihres Projekts „#nofear“ veranstaltet die Junge Triennale eine Nicht-Konferenz. Eine Vielzahl an kostenfreien Formaten finden im „Third Space“ statt, den raumlaborberlin in neuer Gestalt auf den Vorplatz der Jahrhunderthalle bringt. Der Konzeptkünstler Akira Takayama bietet im Bochumer Stadtraum und im „Third Space“ eine Hip-Hop Academy an.

Vom 14. August bis 20. September kommen mehr als 700 beteiligte Künstler*innen aus rund 40 Ländern ins Ruhrgebiet, um 33 Produktionen und Projekte; davon 12 Ur- und Erstaufführungen in 17 unterschiedlichen Spielstätten in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gladbeck und Wuppertal zu zeigen.

Wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen um das Coronavirus sehr aufmerksam und stehen in Kontakt mit den zuständigen Stellen. Die Gesundheit aller steht an erster Stelle. Wir gehen auf Basis der aktuellen Risikoeinschätzung davon aus, dass die Ruhrtriennale trotz der Entwicklungen vom 14. August bis 20. September 2020 stattfinden wird.

Für den Fall, dass Veranstaltungen abgesagt werden müssen, erstatten wir den Preis für bereits gekaufte Karten selbstverständlich zurück. Über die genaue Abwicklung werden wir in diesem Fall zeitnah auf www.ruhrtriennale.de, per E-Mail sowie auf den Social-Media-Kanälen informieren.

Der Vorverkauf für die diesjährige Ruhrtriennale beginnt am Donnerstag, 19. März 2020.

Der Frühbucherrabatt ist bis Sonntag, 3. Mai 2020 erhältlich.

Weitere Informationen zum Programm unter www.ruhrtriennale.de.

                                                                                                                                                  

         

MUSIKTHEATER

Im dritten Jahr als Artiste associé kehrt Christoph Marthaler mit „Die Verschollenen (für großes Orchester)“ (ab 14.8.) zurück in die Jahrhunderthalle. Fragmente aus Franz Kafkas Roman „Der Verschollene“ – auch bekannt unter dem Titel „Amerika“ – werden unter anderem in der neuen Musiktheaterkreation zitiert, die sich mit verschollenen Menschen, der Verlorenheit und dem Suchen und Finden von Utopien befasst. Die Bochumer Symphoniker unter der Musikalischen Leitung von Peter Rundel setzen sich gemeinsam mit der Geigerin Veronika Eberle und dem Elektro-Cellisten und Avantgarde-Musiker Martin Schütz zu den Klängen von Alexander Skrjabins „Le Poème de l’Extase“, Iannis Xenakis „Shaar“ und Kompositionen von Béla Bartók und György Kurtág in Bewegung. Zum Ensemble gehören in diesem Jahr wieder Darsteller*innen wie Tora Augestad, Bendix Dethleffsen, Ueli Jäggi und Elisa Plüss, die auch in den letzten beiden Jahren bei Christoph Marthalers Kreationen beteiligt waren. Wie bei dem großen Erfolg „Universe, Incomplete“ wird die Bühnenbildnerin Anna Viebrock die Jahrhunderthalle auf besondere Art gestalten.

Bei „Archipel – Ein Spektakel der Vermischungen“ (ab 15.8.) im Landschaftspark Duisburg-Nord verwischen die Genregrenzen zwischen Architektur, Tanz und Musik. Die Skulptur des Architekten Sou Fujimoto ist zugleich Bühnenbild und Instrument. Sie steht im Zentrum der Uraufführung von Brigitta Muntendorfs neuer Komposition, die von Stephanie Thiersch und ihrer Kompanie MOUVOIR in Bewegung übersetzt wird. Im Zusammenspiel von Tänzer*innen Musiker*innen und Sänger*innen entstehen eigenwillige Klang- und Bewegungskonstellationen, die in einen Austausch mit dem Publikum treten.

Nachdem William Kentridge die Ruhrtriennale 2018 mit “The Head and the Load” fulminant eröffnete, beschließt er in diesem Jahr das Festival mit dem neuen Werk „Waiting for the Sibyl. The Moment Has Gone“ (ab 13.9.) als Deutsche Erstaufführung in der Kraftzentrale. In seiner einzigartigen Bild- und Musiksprache aus animierten Zeichnungen, Film, Performance und Gesang erforscht er zunächst in einer Kammeroper mit Kompositionen von Nhlanhla Mahlangu und Kyle Shepherd den Mythos der Cumäischen Sibylle und die Frage, warum wir für kollektive und individuelle Katastrophen ein Schicksal brauchen. Es folgt ein Animationsfilm aus Kohlezeichnungen, in dem Motive der Kammeroper aufgegriffen werden.

William Kentridge wird erstmals mit einer seiner legendären Lecture-Performances in Nordrhein-Westfalen zu erleben sein. In „A Natural History of the Studio“ (14.9.) wird er die grundlegenden Ideen seiner Arbeit und Methode präsentieren, die sich zwischen künstlerischer Praxis und philosophischer Reflexion bewegt.
                     

SCHAUSPIEL / PERFORMANCE

Lola Arias „Futureland“ (ab 20.8.) ist ein dokumentarisches Theaterstück mit und über geflüchtete Jugendliche. Es erzählt in einer futuristischen Videospiel-Ästhetik die Geschichte von acht Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, die vor Krieg, Gewalt und Armut alleine nach Deutschland geflohen sind und sich nun in der deutschen Bürokratie zurechtfinden müssen. Die Jugendlichen, die auf der Bühne stehen, befinden sich in jeglicher Form zwischen den Welten und haben wahrscheinlich schon mehr erlebt als ein Großteil der Zuschauer*innen in ihrem ganzen Leben. Die Koproduktion mit dem Maxim-Gorki-Theater wird durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Die Deutsche Erstaufführung „Is this a room” (ab 27.8.) hat ebenfalls dokumentarischen Charakter. Die Regisseurin Tina Satter behandelt den wahren Fall der US-amerikanischen Whistleblowerin Reality Leigh Winner, die in den USA zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, weil sie ein Dokument mit Informationen zur russischen Einflussnahme auf den US-Wahlkampf 2016 an die Presse weiterleitete. Die Transkription des Verhörs der Air-Force-Angestellten durch FBI-Beamte wird in einem furiosen Theater von vier Performer*innen detailgetreu aufgeführt.

„Los Años/Die Jahre“ (ab 3.9.) von Mariano Pensotti begleitet einen Mann in zwei unterschiedlichen Lebensabschnitten. Bei seinem großen Erfolg „Diamante“ bei der Ruhrtriennale 2018 war das Publikum mitten im Geschehen dabei. In dieser Uraufführung beobachten die Zuschauer*innen zwei Darsteller in zwei nebeneinander liegenden Räumen. Sie erleben synchrone Szenen aus dem korrumpierten Leben eines Dokumentarfilmers als jungem Mann und als älteren Herrn – einen idealen Selbstentwurf und das, was das Leben daraus gemacht hat. Dieses Schauspiel wird flankiert von den beiden Filmen „El Público“ und „The Audience“ (30.8.), die Mariano Pensotti über Theaterzuschauer*innen in Buenos Aires und Athen gedreht hat. Beide fokussieren ein fiktionales Publikum und sind zugleich Portraits der Lebensräume Buenos Aires und Athen.

Regisseur Kornél Mundruczó und die Autorin Kata Wéber, die 2019 in „Evolution“ György Ligetis Reqiuem in beklemmende Bilder übersetzt haben, zeigen in diesem Jahr die Deutsche Erstaufführung ihres packenden Dramas „Pieces of a Woman“ (ab 16.9.). In der Jahrhunderthalle zeichnen sie das Bild einer jungen Frau, anhand deren Familienleben eine Analyse der polnischen Gegenwart vorgenommen wird.

Für den Theaterkünstler und Spezialist für urbane Angelegenheiten Akira Takayama sind Rapper*innen die Dichter*innen der Gegenwart. In einer 7-tägigen Hip-Hop Academy (ab 16.8.) bietet er im Bochumer Stadtraum und im Third Space verschiedene Workshops, Lectures, Battles für junge Streetart-Künstler*innen aus der Region zu Rap, Tanz, DJ-ing und Graffiti an. Alle Formate der öffentlichen Akademie sind stets für das Publikum zugänglich. Das genaue Programm wird im Sommer veröffentlicht.
     

TANZ

In seiner neuen szenisch, choreografischen Arbeit „Wakatt“ (ab 5.9.) befasst sich der Choreograf Serge Aimé Coulibaly mit der omnipräsenten Angst vor dem Anderen, die durch den weltweit grassierenden Nationalismus weiter angeheizt wird. Er entwickelt die Uraufführung gemeinsam mit seinem Faso Dance Théâtre und Workshop-Teilnehmer*innen in Belgien, Burkina Faso, Mali und Tunesien. Er möchte zum Widerstand gegen die manipulativen Machhaber*innen der Welt aufrufen und verwendet dazu seine expressive Bildsprache mit der er schon bei der Ruhrtriennale 2018 mit „Kirina“ begeisterte.

Mit ihrem Triptychon „#Punk 100% Pop *N!gga“(ab 21.8.) bringt nora chipaumire ein performatives Live-Album in drei Tracks auf die Bühne von PACT Zollverein. In einer gleichsam energiegeladenen und provokativen Körpersprache widmet sie den drei Musikerinnen Patti Smith, Grace Jones und Rit Nzele eine Hommage und setzt sich jeweils mit dem anderen Musikstil und der ihm zugrundeliegenden Ideologie auseinander. Diese Produktion wird von PACT Zollverein für die Ruhrtriennale veranstaltet.

Marlene Monteiro Freitas, deren „Bacchae – Prelude to a Purge“ das Publikum im vergangenen Jahr in Ekstase versetzte, geht diesmal in „Mal – Embriaguez Divina“ (ab 4.9.) den Ambivalenzen des Bösen auf den Grund. Mit einem Ensemble aus Tänzer*innen und Schauspieler*innen lotet sie das Böse zwischen göttlichem Wahn und entgrenzender Ekstase in der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck aus.

Die Choreografin Meg Stuart kehrt mit der Uraufführung „Cascade“ (ab 10.9.) – ihrer ersten großenBühnenarbeit seit 2015 – zurück zur Ruhrtriennale. Bei PACT Zollverein erforscht sie in einem Bühnenbild des skurril-fantastischen Theatermachers Philippe Quesne gemeinsam mit ihrer Kompanie Damaged Goods und dem Sound Artist Brendan Dougherty Zeit auf spielerische Art.

                   

KONZERT

Mit dem Oratorium „Elias“ (ab 5.9.) feiert Chorwerk Ruhr im Rahmen der Ruhrtriennale 2020 sein 20-jährigen Bestehen gemeinsam mit Concerto Cöln und den vier Solist*innen Carolina Ullrich, Ingeborg Danz, Patrick Grahl und Thomas E. Bauer. Unter der Leitung von Florian Helgath erklingt Felix Mendelssohn-Bartholdys Spätwerk über den alttestamentarischen Propheten an fünf Orten in der Region.

Zwei große Uraufführungen von Klaus Lang und Vito Žuraj (30.8.) bringen der Helsinki Chamber Choir und das auf Neue Musik spezialisierte Uusinta Ensemble unter der Leitung von Nils Schweckendiek zur Aufführung. Klaus Langs neue Komposition ist ein Auftragswerk der Ruhrtriennale 2020. Für „INNEN/SISÄLLÄ“ hat der Komponist Vito Žuraj ein Wort-Bild-Gedicht des Dramatikers Händl Klaus vertont, das sich mit dem Verlust von Sinneseindrücken durch das Auge befasst.

Die Bochumer Symphoniker sind neben ihrer Mitwirkung bei Christoph Marthalers Musiktheaterkreation „Die Verschollenen“ zwei weitere Male bei der Ruhrtriennale zu erleben. Unter der Leitung von Steven Sloane widmen sie sich gemeinsam mit dem Malmö Operaorkester Bernd Alois Zimmermanns Orchesterkomposition „Stille und Umkehr“, die mit Gustav Mahlers „6. Sinfonie“ (11./12.9.) kombiniert wird. Das Malmö Operaorkester verbindet außerdem Zimmermanns „Sinfonie in einem Satz“ mit Allan Pettersons „7. Sinfonie“ (13.9.), der als „schwedischer Gustav Mahler“ bezeichnet wird.

An zehn großen Konzertflügeln in zehn verschiedenen Stimmungen führen die drei Pianist*innen Thomas Bächli, Simone Keller und Stefan Wirth erstmals Edu Haubensaks kompletten Zyklus „Große Stimmung“ (13.9.) auf. Edu Haubensak komponiert unterschiedlich intonierte Tonsysteme, so dass jedes Werk eine andere Klangwelt im Salzlager des Welterbes Zollverein eröffnet.

In der Reihe MaschinenHausMusik sind in diesem Jahr vier verschiedene Konzertprogramme zu hören: In „Song Dreaming 3“ (19.8.) kombinieren die Sängerin Saadet Türköz, der Celllist Martin Schütz und der Schlagzeuger Lionel Friedli archaische Lieder mit instrumentalen Improvisationen zu einer Art „folklore imaginaire“. Das Theatre of Eternal Music präsentiert die Uraufführung der Fassung für acht Streicher von „Chronos Kristalla“ (26.8.) von La Monte Young, einem Pionier der Minimal Music. Die Sonneurs Ewan Keravec (2.9.) haben sich modernen Kompositionen für Dudelsack verschrieben. „Erinnern“ (9.9.) ist eine Solo-Vocal-Movement-Performance der Sängerin und Performerin Elaine Mitchener, die von Dam Van Huynh choreografiert wurde.

                     

JUNGES PUBLIKUM

Für junges Publikum ab 10 Jahren bietet die Ruhrtriennale das interaktive Gesellschaftsspiel „Unterscheidet euch!“ (ab 25.8.). Das Theaterkollektiv Turbo Pascal, das performative Spielabende mit gesellschaftlichen Themen veranstaltet, macht soziale Unterschiede und Positionen spür- und verhandelbar. Die Produktion wurde 2019 mit dem Berliner Kinder- und Jugendtheaterpreis IKARUS ausgezeichnet.

Auch Lola Arias dokumentarisches Stück „Futureland“ (ab 20.8.) mit und über jugendliche Geflüchtete sowie Akira Takayamas Hip-Hop Academy (ab 16.8.) im Bochumer Stadtraum sind für ein junges Publikum ab 12 Jahren geeignet. Des Weiteren gibt es im Third Space an jedem Festivaldonnerstag mit „Zwei Generationen, ein Buch“ eine Vorlesereihe mit Kinder- und Jugendliteratur für Jung und Alt.

Im dritten Jahr der Intendanz von Stefanie Carp bietet die Junge Triennale unter dem Slogan #nofear jungen Menschen weiterhin die Gelegenheit, Kunst und Kultur zu erleben und selbst zu gestalten. Im Februar wurde in Duisburg-Hochfeld der „Safe Space“, ein kreativer Treffpunkt für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren, eröffnet, der in der derzeitigen Situation bis 19. April geschlossen ist. Er bietet die Möglichkeit Künstler*innen und Kulturschaffenden vor Ort zu begegnen und sich mit einem breiten Angebot, künstlerisch auszuprobieren. Für die Vorbereitung der Nicht-Konferenz „#no fear in here!“ (18./19.9.) beschäftigen sich Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte zusammen mit der Jungen Triennale und dem Nachwuchskünstler*innenkollektiv Mit Ohne Alles mit der Frage, wie Kunst- und Kulturangebote der Zukunft sein sollen. Die Nicht-Konferenz bei PACT Zollverein wendet sich an Fachleute für kulturelle Bildung und aus Kulturinstitutionen, Politiker*innen, Lehrkräfte, Kinder, Jugendliche und interessiertes Publikum.

                         

BILDENDE KUNST / INSTALLATION

Ein letztes Mal setzt raumlaborberlin die unterschiedlichen Bestandteile ihres Baukastens – unter anderem bestehend aus einem Transall-Flugzeug und Omnibuselementen – zum „Third Space“ (ab 14.8.) auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle in Bochum zusammen. Neben Treffpunkt, Bar und Bühne wird der „Third Space“ 2020 zur lebendigen Bibliothek und lädt zum Austausch ein. Zusätzlich zu einem vielfältigen Programm aus Performances, Workshops, Lectures, Filmen und Partys gibt es zwei regelmäßige Formate, um ins Gespräch zu kommen: donnerstags findet in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Bochum die Vorlesereihe „Zwei Generationen, ein Buch“ mit Kinder- und Jugendliteratur statt; sonntags trifft sich Intendantin Stefanie Carp mit Künstler*innen des Festivals zum Gespräch im „Third Space“. Das vollständige Programm des „Third Space“ erscheint im April.

Nachdem der Künstler, Kurator und Dichter Olu Oguibe für die Ruhrtriennale 2018 die Skulptur „Appeal to the Youth of all Nations“ im Westpark geschaffen hat, widmet er sich dieses Jahr Menschen des Bergbaus. Die Foto-Installation „Miners“ (ab 15.8.) entsteht als Auftragsarbeit für die Ruhrtriennale und ist im kooperierenden Deutschen Bergbau-Museum Bochum zu sehen.

Candice Breitz präsentiert im Museum Folkwang ein experimentelles Dokumentarfilmprojekt, das als Auftragsarbeit der Ruhrtriennale in Kooperation mit dem Museum Folkwang entsteht. Nach „Love Story“ und „TLDR“ ist „2020“ (ab 25.8.) der dritte Teil einer Trilogie von Video-Installationen, die auf Interviews ihrer Gesprächspartner*innen basiert. Sie blickt darin – aus der Perspektive des 22. Jahrhunderts – auf eine Gattung zurück, die sich überraschend vom Aussterben bedroht sah: wütende weiße Männer.

Im Rahmen des Symposiums „Die Grenzen der Freiheit. Kunstproduktion zwischen politischer Einflussnahme, digitaler Hysterie und Selbstzensur“ zeigt der Künstler Julius von Bismarck die performative Installation „Polizei (OMOH)“ (10.-20.9.) auf dem Gelände der Jahrhunderthalle, die mit alltäglichen Situationen spielt und unsere Wahrnehmung auf den Prüfstand stellt. Diese Installation ist ein Projekt von Urbane Künste Ruhr für die Ruhrtriennale.


DISKURS

Die diesjährige Festivalrede „Reflections on Planetary Living“ (14.8.) hält der politische Philosoph und Historiker Achille Mbembe, der 2019 die Albertus-Magnus-Professur der Universität Köln inne hatte. Er beschreibt in seinem Vortrag das Konzept der „Reparation“ und die Modalitäten dessen, was er „planetarisches Leben“ nennt.

Das öffentliche Symposium „Die Grenzen der Freiheit. Kunstproduktion zwischen politischer Einflussnahme, digitaler Hysterie und Selbstzensur“ (10.-12.9.) wird von der Ruhrtriennale gemeinsam mit Urbane Künste Ruhr in Kooperation mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Hartware MedienKunstVerein Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum veranstaltet. In verschiedenen Programmpunkten stehen unter anderem die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen der Kunstproduktion sowie die zeitgenössische Debattenkultur zur Diskussion. Das vollständige Programm wird ab Juni veröffentlicht.

Auch 2020 wird die Ruhrtriennale im August und September wieder zum Treffpunkt für Studierende aus der ganzen Welt. Für den Internationalen Festivalcampus kommen über 200 Studierende aus über 15 Kunst- und Theaterhochschulen zum Austausch über Theorie und Praxis ins Ruhrgebiet.


BILDWELT

Die Bilderstrecke im Programmbuch der Ruhrtriennale wurde von dem in Istanbul aufgewachsenen und in Oberhausen lebenden Fotografen Fatih Kurceren fotografiert. Er zeigt in seiner Serie „Pithead“ (seit 2005), die er mit aktuellen Aufnahmen ergänzt hat, verschiedene Lebenswelten im Ruhrgebiet. Fatih Kurcerens Arbeiten werden demnächst im Rahmen der Ausstellung „SUBJEKT und OBJEKT. FOTO RHEIN RUHR“ in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen sein.

Weitere Informationen zur Ruhrtriennale 2020 finden Sie im Programmbuch und unter www.ruhrtriennale.de.

      

                           

Die Ruhrtriennale – das Festival der Künste lädt jedes Jahr zeitgenössische Künstler*innen ein, die monumentale Industriearchitektur der Metropole Ruhr zu bespielen. Hallen, Kokereien, Maschinenhäuser, Halden und Brachen des Bergbaus und der Stahlindustrie verwandeln sich jedes Jahr in beeindruckende Spielorte für Kunst an den Schnittstellen von Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Performance und Bildender Kunst und machen die Ruhrtriennale zu einem weltweit einzigartigen Festival.

Die Programmausrichtung wird maßgeblich von der Intendanz bestimmt, die alle drei Jahre neu berufen wird. Die Intendantin der Festivalausgabe von 2018 - 2020 ist Stefanie Carp. Die diesjährige Ruhrtriennale findet vom 14. August bis 20. September statt.

Kultur Ruhr GmbH | Gerard-Mortier-Platz 1 | 44793 Bochum | Amtsgericht: Bochum | HRB 16669, UST-ID Nr. DE 223 424 543 | Vorsitzende des Aufsichtsrats: Isabel Pfeiffer-Poensgen | Intendantin der Ruhrtriennale und Geschäftsführerin: Dr. Stefanie Carp | Geschäftsführerin: Dr. Vera Battis-Reese


Angehängte Dateien

PDF-Dokument

KULTUR RUHR NEWSROOM 2018